Cinema_italiano VON OKTOBER BIS DEZEMBER 2016 IM KINO:
5 NEUE ITALIENISCHE FILME MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN.

5 NUOVI FILM ITALIANI:
IN CINEMA DA OTTOBRE A DICEMBRE 2016






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Lea Garofalo ist in einer kriminellen Familie aufgewachsen. Auch die Familie des Mannes, in den sich Lea als junge Frau verliebt hat, ist kriminell. Für ihre Tochter Denise wünscht sich Lea ein anderes Leben, ein Leben ohne Gewalt, ohne Lügen und Angst. Sie beschliesst, mit der Justiz zusammenzuarbeiten und wird mit der Tochter unter strengen Zeugenschutz gestellt. Ein schwieriges und riskantes Leben beginnt. Um der Rache ihrer Familie zu entgehen, muss Lea mehrfach ihren Namen und Aufenthaltsort ändern. Aus bürokratischen Gründen wird ihr der Schutz aber wieder entzogen. Sie steht ohne Geld und ohne Arbeit da, weshalb sie sich an ihren Ehemann wendet, um die gemeinsame Tochter ernähren zu können. Aber dieser nutzt die Situation aufs Schändlichste aus. Lea wird entführt, gefoltert und schliesslich ermordet. Tochter Denise beugt sich dem Druck nicht und bringt die Mörder ihrer Mutter vor Gericht.

Der Film basiert auf der Geschichte von Lea Garofalo, die am 24. November 2009 ermordet wurde.

Lea Garofalos Geschichte hat mich tief beeindruckt. Es ist keine Opfergeschichte, sondern die Geschichte einer Frau, die in sich selbst die Kraft findet, zu reagieren und zu kämpfen. Die Geschichte einer Gefallenen, die den Mut hat, sich zu wehren, selbst als Zeugin aufzutreten und die Wirklichkeit nicht als etwas Vorherbestimmtes zu akzeptieren. Lea ist eine jener Persönlichkeiten, die mir immer gefallen haben: unnachgiebig und rebellisch. Denn die einzige Hoffnung, in eine Struktur wie jene der 'Ndrangheta einzudringen, besteht darin, ihre Macht vollständig zu zerpflücken. Dies ermöglichen Frauen, die nicht mehr die treuen Hüterinnen der mafiosen Traditionen sein wollen. Ich frage mich, ob auch ein Mann Leas Entscheidung hätte treffen können. Ich denke nicht. Der im Film dargestellte Fall konnte nur einer Frau widerfahren, weil die Mutterschaft für jede Frau der Beginn eines neuen Lebens ist und weil der Wunsch, dem Kind eine bessere Welt zu schenken, für sie stärker ist als alles andere.
Marco Tullio Giordana

Marco Tullio Giordanas Film verdient Applaus. Er ist eine nüchterne, trockene und schmucklose Hommage an eine grosse Frau. Kein einziger Tropfen Blut ist zu sehen, keine der in Mafiafilmen sonst so üblichen Gewaltszenen. Das ist eine weise Entscheidung, vor allem, weil dadurch der Figur Lea Garofalo kein Raum und keine Aufmerksamkeit entzogen wird. Sie steht ganz im Mittelpunkt der Geschichte; das ist stärker als Pistolenschüsse, Blut und Leichen. "Lea" ist ein Film, den man in den Schulen zeigen sollte, denn Lea Garofalo geht daraus als ein Beispiel für Mut und Moral hervor, als ein echtes Vorbild für all jene, die noch die Kraft haben, sich zu wehren.
Domenico Naso, Il Fatto Quotidiano

"Lea" steht in der Tradition der Filme von Elio Petri und Luca Damiani, aber mit einer neuen Sensibilität. Im Vergleich zu seinen Filmen "La meglio gioventù" und "I cento passi" ist der neueste Film von Marco Tullio Giordana deutlich wirkungsvoller. Er trägt den Namen einer Frau: Lea, eine Heldin der Gegenwart. Kein Opfer, wie der Regisseur erklärt, sondern einfach eine 'in der Schlacht Gefallene'. Der Krieg richtet sich gegen das Gesetz des Schweigens, gegen die Befangenheit Süditaliens, gegen die patriarchale Macht der Clans Kalabriens. Der Film beruht auf einer tragischerweise wahren Begebenheit, er ist düster, aber frei von Rhetorik und jeglichem sentimentalen Schein.
Pier Francesco Borgia, Il Giornale

Marco Tullio Giordana (Mailand, 1950). Nachdem er 1977 an Roberto Faenzas Film "Forza Italia!" mitgewirkt hat, debütiert er 1980 mit "Maledetti vi amerò", der am Filmfestival von Locarno den Goldenen Leoparden gewinnt. Es folgen die Filme "La caduta degli angeli ribelli" (1981), "Pasolini un delitto italiano" (1995), "I cento passi" (2000), "La meglio gioventù" (2003), "Quando sei nato non puoi più nasconderti" (2005), "Sangue pazzo" (2008) und "Romanzo di una strage" (2012). Er ist zudem Autor des Romans "Vita segreta del signore delle macchine" (1990) und Theaterregisseur. Für das Fernsehen hat er die Filme "Notti e nebbie" (1983) und "Lea" (2015) gedreht.

Regie: Marco Tullio Giordana
Drehbuch: Marco Tullio Giordana, Monica Zappelli
Kamera: Roberto Forza
Schnitt Francesca Calvelli
Musik: Franco Piersanti
Ausstattung: Giancarlo Basili
Produktion: Bibi Film, Rai Fiction
Darsteller: Vanessa Scalera (Lea Garofalo), Linda Caridi (Denise), Alessio Praticò (Carlo), Mauro Conte (Floriano), Antonio Pennarella (Massimo), Diego Ribon (Don Luigi), Matilde Pierna, Bruno Torrisi, Roberta Caronia, Annalisa Insardà, Stefano Scandaletti, Andrea Lucente, Paco Reconti, Francesco Reda
Italien 2015, 95 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Lea Garofalo è cresciuta in una famiglia criminale. E criminale è anche il padre di sua figlia, Denise, un uomo di cui Lea si è innamorata da ragazza. Lea però desidera per Denise una vita diversa, senza violenza, menzogna e paura. Decide di collaborare con la giustizia e viene sottoposta con sua figlia al regime di protezione. Inizia per lei una vita difficile e rischiosa. Per sottrarsi alla vendetta è costretta a cambiare nome e città più volte. Poi, per banali motivi burocratici, le viene sottratta la protezione. Senza soldi né lavoro, Lea chiede aiuto al marito, per mantenere la figlia. L'uomo ne approfitta nel più vile dei modi. Lea viene rapita, torturata e alla fine uccisa. Pur essendo solo una ragazzina, Denise non si piegherà e permetterà di individuare e processare gli assassini della madre, costituendosi parte civile nel processo contro suo padre.

Mi ha colpito la storia di Lea Garofalo perché non è la storia di una vittima, ma di qualcuno che trova in sé la forza di reagire, di combattere: la storia di un caduto, di chi ha il coraggio di opporsi, di essere testimone in prima persona e di non accettare la realtà come predeterminata. Fa parte di quel tipo di figure che mi sono sempre piaciute, quelli non remissivi, ribelli. Perché l'unica speranza di penetrare in una struttura come la 'ndrangheta è fare in modo che la fortezza si sgretoli internamente, grazie alle donne che decidono di non essere più custodi fedeli della filosofia mafiosa. Mi sono chiesto se la scelta di Lea avrebbe potuto compierla anche un uomo. Penso di no. Quello che racconto nel film poteva accadere solo ad una donna, perché la maternità è l'inizio di un progetto di vita per ogni donna che aspetta un figlio e diventa più forte d'ogni cosa il desiderio di regalargli un mondo migliore.
Marco Tullio Giordana

Sotto il segno del cinema di Elio Petri e Luca Damiani, ma con una sensibilità nuova. E, se possibile, con mano ancor più efficace rispetto a quanto già fatto con i suoi "La meglio gioventù" e "I cento passi". L'ultimo film firmato da Marco Tullio Giordana porta il nome di una donna: Lea, un'eroina dei nostri tempi. Non una vittima, come spiega il regista, ma semplicemente un 'caduto in battaglia'. La guerra è quella contro l'omertà, contro il disagio del Sud, contro il potere patriarcale delle cosche calabresi. Alla base del film c'è una storia drammaticamente vera, dalle tinte fosche ma scevra da retorica e da ogni tipo di orpello sentimentale.
Pier Francesco Borgia, Il Giornale

Il film di Marco Tullio Giordana merita un plauso. E' un omaggio sobrio, asciutto, senza fronzoli a un grande personaggio femminile. Non si vede neppure una goccia di sangue, né le solite scene di violenza che di solito infarciscono i film sulla mafia. E' una scelta saggia, proprio perché non toglie spazio e attenzione alla figura di Lea Garofalo, al centro della narrazione, più forte dei colpi di pistola, del sangue e dei cadaveri. "Lea" è un film che andrebbe fatto vedere nelle scuole perché Lea Garofalo ne esce come un gigante di coraggio e moralità, un vero modello per i tanti che ancora non hanno avuto la forza di ribellarsi.
Domenico Naso, Il Fatto Quotidiano

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Latin_Lover

Latin_Lover
LATIN LOVER > > Trailer

Saverio Crispo war einer der grossen Schauspieler des italienischen Films und gab immer den Latin Lover. Anlässlich seines zehnten Todestages findet in einem grossen Haus eines apulischen Dorfes, dem Geburtsort des Schauspielers, eine Gedenkfeier statt, an der sich seine fünf Töchter und zwei Ex-Frauen, eine Italienerin und eine Spanierin, wiedersehen. In einem Crescendo der Emotionen und tragikomischen Situationen treten Geheimnisse, Rivalitäten und neue Leidenschaften an den Tag. Die Anwesenden entdecken eine unerwartete Vergangenheit, dank der sie das eigene Leben aus einem neuen Blickwinkel wahrnehmen.

Schlussendlich ist "Latin Lover" ein Film über den Mythos Vater. Für alle Frauen ist der Vater ein Mythos, nicht nur für die Töchter eines berühmten Mannes wie Saverio Crispo. Denn wir Frauen lieben unsere Väter, diese unbekannten und flüchtigen Wesen, die jede Tochter zum Mythos verklärt. Im Film haben alle weiblichen Figuren eine sehr starke Bindung zu diesem Vater und Ehemann, der ein Charmeur und Verführer war. Aber dann entdecken sie die Freiheit, endlich sich selbst sein zu können. Es ist die zweite Ehefrau, die diesen Moment der Befreiung herbeiführt, indem sie die anderen dazu auffordert, endlich erwachsen zu werden. Jede Frau durchlebt diesen Moment; er ist Teil unseres Lebens. Um all dies darzustellen, habe ich mich für das Genre der Komödie entschieden, das mir am besten liegt. Anfangs hatte die Geschichte einen lauteren und tragischeren Charakter. Doch dann haben wir die Leichtigkeit vorgezogen, ohne auf ergreifende Momente zu verzichten.
Cristina Comencini

"Latin Lover", der elfte Film Cristina Comencinis, zeigt eine warmherzige und von Sehnsucht erfüllte Frauenwelt. Der Film schenkt uns die Heiterkeit und Freude, ganz unter Frauen zu sein, ohne durch die Anwesenheit eines Mannes eingeschränkt zu sein, der nicht dem verblichenen, vielleicht allzu übertriebenen Traumbild des vor zehn Jahren dahingegangenen Schauspielers, Ehemanns, Liebhabers und Vaters entspricht. Aber die echten Kerle, welche Last! Die Regisseurin erzählt eine Geschichte, die in den Händen anderer Regisseure leicht ins Langweilige hätte abdriften können, aber unter ihrer Regie ironisch, ja geradezu keusch wirkt und, ohne Rhetorik oder Schwere, Szenen von heiterer Komplizenschaft, von Geständnissen, von Trinkgelagen und Gelächter unter Frauen entstehen lässt. Eine weibliche Art des Zusammenseins, die den Männern fremd ist.
Natalia Aspesi, La Repubblica

In "Matrimoni" war es das Weihnachtsfest, in "Il più bel giorno della mia vita" die Erstkommunion der Nichte und in "Latin Lover" sind es nun die Feierlichkeiten zum zehnten Todestag eines grossen Schauspielers: in allen drei Komödien, den besten von Cristina Comencini, bietet die Familienzusammenkunft das ideale Szenario, die Spannungen und Leidenschaften darzustellen, die schon lange unter der Oberfläche schwelen. Im Unterschied zu den vorangegangenen Filmen ist "Latin Lover" neben dem Spiel mit den Leidenschaften auch eine Liebeserklärung ans Kino, an die ein Überraschungseffekt geknüpft ist, durch den die Karten neu gemischt werden. Dieser verschwindet indes hinter dem Weg hin zur 'Befreiung', die das Familientreffen in jeder der Frauen auslöst. Und hier bewegt sich die Regisseurin völlig ungezwungen: Ihr liegt das Spiel mit Enthüllungen und unterschwelligen Andeutungen, mit Neurosen oder Ängsten, mit den Tränen und dem Lächeln. Für die Frauen im Film ist es eine Aufforderung, die Leichtigkeit und Freiheit wiederzuerlangen, die ihnen erlauben, sich mit einem Lächeln zu akzeptieren.
Paolo Mareghetti, Corriere della Sera

Cristina Comencini (1956, Rom). Die Tochter des Regisseurs Luigi Comencini arbeitete lange als Drehbuchautorin mit ihrem Vater zusammen, etwa bei den Fernsehproduktionen "Il matrimonio di Caterina" (1982), "Cuore" (1984) und "La storia" (1986). Ihr Regiedebüt gibt sie 1988 mit "Zoo", auf den "I divertimenti della vita privata" (1990), "La fine è nota" (1992), "Va' dove ti porta il cuore" (1995) und "Matrimoni" (1998) folgen. Nach "Liberate i pesci" (2000) und "Il più bel giorno della mia vita" (2001) kommt 2005 "La bestia nel cuore", die Verfilmung ihres gleichnamigen Romans, ins Kino. Ihre anderen Romane sind "Pagine strappate" (1991), "Passione di famiglia" (1994), "Il cappotto del turco" (1997) und "Matrioska" (2002). Zu ihren bislang letzten Filmen gehören "Bianco e nero" (2007), "Quando la notte" (2011) und "Latin Lover" (2014).

Regie: Cristina Comencini
Drehbuch: Cristina Comencini, Giulia Calenda
Kamera: Italo Petriccione
Schnitt: Francesca Calvelli
Ausstattung: Paola Comencini
Musik: Andrea Farri
Produktion: Lionello Cerri für Lumière & Co.
Darsteller: Virna Lisi (Rita), Marisa Paredes (Ramona), Angela Finocchiaro (Susanna), Valeria Bruni Tedeschi (Stephanie), Candela Peña (Segunda), Pihla Viitala (Solveig), Nadeah Miranda (Shelley), Cecilia Zingaro (Saveria), Francesco Scianna (Saverio), Llouis Homar, Neri Marcorè, Claudio Gioè, Toni Bertorelli
Italien 2015, 104 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

In occasione del decimo anniversario della morte di Saverio Crispo, un attore simbolo del cinema italiano ed eterno latin lover, in un paesino della Puglia viene organizzata una cerimonia a cui prendono parte le cinque figlie e le due ex mogli, una italiana e una spagnola. Segreti, rivalità e nuove passioni faranno scoprire a tutte loro un passato inaspettato che le porterà a rivedere anche le rispettive vite.

"Latin lover" è, in fondo, un film sul mito del padre. Per tutte noi donne il padre è un mito, non solo per le figlie di una grande star come è stato Saverio Crispo. Perché le donne sono sempre innamorate del padre, un essere sconosciuto e sfuggente, che ogni figlia mitizza. Nel film, tutti i personaggi femminili hanno un legame molto forte con questo padre e marito fascinoso e seduttore, ma poi scoprono la libertà di essere finalmente se stesse. E' il personaggio della seconda moglie che innesca il momento della liberazione, quando invita le altre a crescere finalmente. E' un momento che ogni donna attraversa, è parte della nostra vita. Per raccontare tutto ciò, ho optato per il registro della commedia. E' il genere che mi è proprio. Inizialmente la storia aveva un tono più forte, drammatico, poi abbiamo preferito la leggerezza, non senza un po' di commozione.
Cristina Comencini

Un gineceo affettuoso e nostalgico, in cui Cristina Comencini che di "Latin lover", il suo 11.mo film, firma soggetto, sceneggiatura (insieme a Giulia Calenda) e regia, ci regala la serenità e il piacere di stare tra donne, senza l'ingombro di una presenza maschile che non sia il fantasma sognato, rimpianto, forse troppo esaltato di un attore, marito, amante e padre, scomparso 10 anni addietro. Ma gli uomini veri, che impiccio! La regista racconta una storia che in mano ad altri registi poteva risultare stucchevole, invece nelle sue è ironica e addirittura casta, e senza retorica o pesantezza crea scene di complicità serena, di confessioni, di bevute e di risate tra donne, un modo femminile di stare insieme che gli uomini ignorano.
Natalia Aspesi, la Repubblica

Per "Matrimoni" erano le feste di Natale; per "Il più bel giorno della mia vita" la prima comunione della nipotina; ora, per "Latin lover", sono le celebrazioni per il decimo anniversario della morte di un grande attore: in tutte e tre queste commedie (le più riuscite di Cristina Comencini) l'occasione di una riunione di famiglia è il campo di forze ideale per dare forma a tensioni e passioni che covano sotto la cenere. A differenza dei precedenti film, in "Latin lover", accanto al gioco delle passioni, c'è anche un forte côté cinefilo, cui è legato anche un colpo di scena che cambia un po' le carte in tavola, ma questo passa comunque in secondo piano di fronte al percorso di 'liberazione' che la riunione di famiglia innesca in ognuna delle donne. È, questo, il terreno su cui la regista si muove con più disinvoltura, a suo agio nel giocare con rivelazioni e sottintesi, nevrosi o paure, lacrima e sorrisi. E il film è un invito alle sue tante donne a ritrovare una leggerezza e una libertà che gli permetta di accettarsi con un sorriso.
Paolo Mareghetti, Corriere della Sera

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Non_essere_cattivo

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NON ESSERE CATTIVO > > Trailer
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Die Vorstädte von Rom und Ostia in den Neunzigerjahren. Die 'ragazzi di vita', die Jugendlichen der Vorstädte, denen Pasolini mit seinem Romandebüt 1955 ein Denkmal setzte, sind inzwischen Teil einer Welt, in der sich alles um die Vergnügungssucht dreht. Eine Welt, in der Geld, schnelle Autos, Nachtlokale, synthetische Drogen und Kokain relativ leicht zu haben sind. In dieser Welt leben die engen Freunde Vittorio und Cesare, die beide 20 Jahre alt sind und nach Erfolg und Bestätigung suchen. Dieser Eintritt ins Erwachsenenleben hat aber einen sehr hohen Preis: Um sich zu retten, distanziert sich Vittorio von Cesare, der unabwendbar weiter abrutscht. Dank ihrer engen Bindung verlässt Vittorio seinen Freund jedoch niemals ganz und hofft auf eine bessere Zukunft, eine Zukunft als Freunde.

"Non essere cattivo" ist die Geschichte einer tiefen Männerfreundschaft, die nichts mit Homosexualität zu tun hat. Für mich sind die beiden wie Brüder. Es ist eine Bindung, die Bestand hat, obwohl das Schicksal ihre Wege trennt. Vittorio versucht, sich zu retten und sich über die Arbeit in die Gesellschaft zu integrieren. Cesare hingegen versinkt mehr und mehr im Sumpf der Drogen und des Dealens, bis er bei einem Überfall verletzt wird. "Non essere cattivo" spielt Mitte der Neunzigerjahre, weil dies der Moment ist, in dem die Welt Pasolinis und seiner 'ragazzi di vita' stirbt. Die Jungen aus "Amore tossico" (Spielfilmerstling von Claudio Caligari, am Filmfestival Venedig als bester Erstling ausgezeichnet, Anm.) waren in gewisser Weise voller Unschuld, sie stahlen, um sich mit Drogen betäuben zu können. Den Reichen etwas wegzunehmen, war für sie eine Möglichkeit, die soziale Ungerechtigkeit auszugleichen. Cesare und Vittorio indes verkörpern eine neue Generation. Sie stehlen nicht, damit sie irgendwie über die Runden kommen, sondern weil sie etwas anhäufen wollen, weil sie Luxusgüter kaufen wollen: Rolex-Kameras, schnelle Autos, Markenschuhe. Pasolinis Jungen sind inzwischen Teil des organisierten Verbrechens und haben die bürgerlichen Wertvorstellungen von Geld und Konsum übernommen.
Claudio Caligari

17 Jahre nach seinem Kultfilm "L'odore della notte" kehrt Claudio Caligari mit "Non essere cattivo" zurück, der an seinen Erstling "Amore tossico" von 1983 über heroinabhängige Jugendliche aus der Vorstadt erinnert. Um sich ihre Dosis zu beschaffen, ziehen sie zwischen Rom und dem Lido di Ostia hin und her, den Orten Pier Paolo Pasolinis. Auch "Non essere cattivo" ist geprägt von diesen Orten und dieser Menschlichkeit. Doch Pasolinis Welt war verschwunden, bevor der Film fertig wurde. Heute gibt es sie nicht mehr, der Regisseur bleibt ihr indes treu. Dies mit einem rigorosen und auf die Wahrheit achtenden Stil, der an Brecht erinnert und dem jeder Mainstream fremd ist.
Maria Pia Fusco, La Repubblica

"Non essere cattivo" - Caligaris dritter Spielfilm in seiner 32jährigen Karriere - ist vielleicht nicht perfekt, aber wunderschön. Und er verkörpert vorbildlich die Synthese aus "Amore tossico" und "L'odore della notte". Auch hier spüren wir das Verlangen, anhand einer kleinen Geschichte den Geist einer Epoche und eines Milieus einzufangen. Einmal mehr tut dies der Regisseur mit meisterhaften Darstellern. Die unglaublichen Darbietungen von Luca Marinelli und Alessandro Borghi sind der eigentliche Motor des Films, diese Alchimie einer Freundschaft, die die Leinwand mit aller Kraft sprengt. Absolute Protagonisten, sicher, aber umgeben von einer ganzen Schar wichtiger Nebendarsteller: Auch das ist Caligaris grosser Verdienst. Ein Regisseur, dessen Filme zeitlos erscheinen und bei dem das italienische Kino tief in der Schuld steht. Ein Meisterwerk.
Valerio Sammarco, Rivista del Cinematografo

Claudio Caligari (1948, Arona, Novara) drehte in den Siebzigerjahren zahlreiche Dokumentarfilme über Drogensucht ("Perché droga", 1976), aber auch politische Dokumentarfilme ("Alice e gli altri", 1976; "Lotte nel Belice", "La macchina da presa senza uomo", 1977; "La follia della rivoluzione", "La parte bassa", 1978). 1983 stellt er mit "Amore tossico" seinen ersten Spielfilm vor. Sein zweiter Spielfilm, "L'odore della notte", folgt 1998. Sein Projekt "Anni rapaci" aus dem Jahr 2001 über die Kriminalität in Norditalien bleibt unvollendet. "Non essere cattivo" ist sein dritter und letzter Film. Der Regisseur stirbt am 26. Mai 2015 im Alter von 67 Jahren in Rom.

Regie: Claudio Caligari
Drehbuch: Claudio Caligari, Giordano Meacci, Francesca Serafini
Kamera: Maurizio Calvesi
Schnitt: Mauro Bonanni
Ausstattung: Giada Calabria
Musik: Paolo Vivaldi, Alessandsro Sartini, Cristiano Balducci
Produktion: Paolo Bogna, Simone Isola, Valerio Mastandrea für Kimerafilm
Darsteller: Luca Marinelli (Cesare), Alessandro Borghi (Vittorio), Silvia D'Amico (Vivana), Roberta Mattei (Linda), Alessandro Bernardini, Valentino Campitelli, Danilo Cappanelli, Manuel Rulli, Emanuela Fanelli, Giulia Greco, Claudia Ianniello
Italien 2015, 100 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Periferia di Roma e Ostia, anni Novanta. I 'ragazzi di vita' un tempo descritti da Pasolini appartengono ora a un mondo che ruota intorno all'edonismo. Un mondo in cui soldi, macchine potenti, locali notturni, droghe sintetiche e cocaina 'girano facili'. Ed è in questo mondo che i 20enni Vittorio e Cesare si muovono, in cerca della loro affermazione. L'iniziazione all'esistenza ha però un costo altissimo: Vittorio, per salvarsi, prende le distanze da Cesare, che invece sprofonda inesorabilmente. Il loro forte legame, però, farà sì che Vittorio non abbandoni mai veramente il suo amico, sperando sempre in un futuro migliore. Insieme.

"Non essere cattivo" è la storia di un'amicizia, forte, virile, ma non c'entra l'omosessualità, per me è fratellanza. È un legame che resiste anche quando si separano i loro destini, e Vittorio cerca di salvarsi, di integrarsi attraverso il lavoro, mentre Cesare affonda nell'inferno della droga e dello spaccio, finché durante una rapina è ferito. "Non essere cattivo" è ambientato a metà degli anni '90, perché è il momento in cui muore il mondo pasoliniano dei 'ragazzi di vita'. Quelli di "Amore tossico" avevano una sorta d'ingenuità, rubavano per drogarsi e prendere da chi aveva di più era per loro un modo di rimediare all'ingiustizia sociale. Cesare e Vittorio rappresentano gli ultimi di quella umanità. Oggi si ruba non solo per farsi, ma per accumulare, comprare lusso, Rolex, macchine potenti, scarpe griffate: i ragazzi pasoliniani sono ora parte della malavita organizzata, hanno assunto i valori borghesi dei soldi e del consumismo.
Claudio Caligari

Claudio Caligari torna dietro la macchina da presa 17 anni dopo un film di culto come "L'odore della notte" e "Non essere cattivo" ricorda il suo film d'esordio, "Amore tossico", del 1983, su un gruppo di ragazzi di borgata dipendenti dall'eroina, che per procurarsi la dose vagano tra Roma e il Lido di Ostia, i luoghi di Pier Paolo Pasolini. Quel film è divenuto un culto che poi ha attraversato più generazioni. Ed è da quei luoghi e da quell'umanità che "Non essere cattivo" riparte. Il mondo di Pasolini, come spiega Caligari, scomparso prima che il film fosse pronto, oggi non esiste più, ma il regista gli resta fedele, con uno stile definito brechtiano, rigoroso e attento alla verità, estraneo al main stream.
Maria Pia Fusco, la Repubblica

"Non essere cattivo" è un film estremo, i cui tratti esteriori, a prima vista realistici, non impediscono di far affiorare una sostanza inesorabilmente altra. "Non essere cattivo" rinuncia all'impianto politico-indiziario del precedente film di Caligari, "L'odore della notte", ma non si tratta di una resa, è una constatazione di ordine antropologico, prima ancora che sociologico. L'orizzonte politico è tenuto lontano. Resta soltanto un prototipo di sub-umanità che cerca scampo nei legami elementari, l'amicizia e l'amore. La famiglia stessa che dovrebbe essere il grado successivo di edificazione di un modello di convivenza e di resistenza, appare una chimera, un traguardo irraggiungibile, minato alla base dal disagio sociale, psichico, ambientale, in cui il delitto non soltanto non paga ma addirittura reclama l'esito tragico. Pur senza lambire o scomodare i piani superiori della politica e dell'establishment, la posta in gioco di Caligari si mantiene ugualmente alta, provocatoria, ambiziosa.
Anton Giulio Mancino, Cinecritica

Terzo lungometraggio di Caligari in 32 anni di carriera, "Non essere cattivo", imperfetto forse, ma bellissimo, rappresenta idealmente una sintesi tra "Amore tossico" e "L'odore della notte". Anche qui c'è la voglia di raccontare attraverso una piccola storia il cuore di un periodo e di un contesto, e ancora una volta c'è una direzione degli attori impeccabile. Il motore di tutto, in fondo, è proprio lì, nell'incredibile prova di Luca Marinelli e Alessandro Borghi, nell'alchimia di un legame che squarcia lo schermo con forza. Protagonisti assoluti, certo, ma contornati da uno stuolo di comprimari di primordine: il grande merito di Caligari è anche questo. Sospeso in un cinema che può sembrare senza tempo, regista con cui il cinema italiano ha più di qualche debito. E che termina la propria corsa lì dove era iniziata, a Venezia, dove nel 1983 "Amore tossico" fu premiato come migliore opera prima, con "Non essere cattivo", fuori concorso, e da un certo punto di vista è forse giusto così: fuoriserie, non catalogabile. Maestro.
Valerio Sammarco, Rivista del Cinematografo

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Se_Dio_vuole
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Tommaso ist ein angesehener Herzchirurg. Carla, seine Frau, einst eine Kämpferin für die Rechte und die Selbstbestimmung der Frau, ist inzwischen so verblüht wie die Ideale, für die sie früher einstand. Tommaso und Carla haben zwei Kinder. Bianca hat weder Interessen noch Ideen, für die sie sich begeistern könnte. Sohn Andrea studiert Medizin und will in die Fussstapfen seines Vaters treten. Tommaso ist sehr stolz auf seinen Sohn, bis sich Andrea auf einmal verändert: er schliesst sich in seinem Zimmer ein und sagt niemandem, wohin er abends ausgeht. Da kommen Zweifel auf: Ist Andrea schwul? Manch ein Vater hätte damit ein Problem, aber Tommaso bleibt locker, schliesslich lehnt er jede Form der Diskriminierung ab. Am Tag des Coming-out teilt Andrea seiner Familie mit, er habe jemanden kennengelernt, der sein Leben verändert habe: Jesus. Er wolle Priester werden. Ein harter Schlag für den überzeugten Atheisten Tommaso. Heimlich beginnt er, Andrea zu folgen, und stösst auf den Priester Don Pietro, der - so Tommaso - seinen Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen hat. Tommaso stürzt sich in einen waschechten Krieg gegen den Geistlichen. Eine herzhafte Tragikomödie.

Ich bin ein grosser Bewunderer der italienischen Komödien der Sechzigerjahre und der Filme von Mario Monicelli, Pietro Germi und Dino Risi. Mit "Se Dio vuole" wollte ich weder die übliche romantische Komödie noch einen der komisch-lächerlichen Filme machen, sondern einen Film, der auf ironische Weise die Realität um uns herum darstellt. Ich kenne viele Leute, die sich für offen, demokratisch und aufgeklärt halten. In Wirklichkeit sind sie aber genau das Gegenteil, weil sie unfähig sind, sich selbst zu hinterfragen. Genauso ist Tommaso, ein überheblicher und selbstgefälliger Arzt, der sein Leben und seine Einstellung grundlegend ändern muss, nachdem er Don Pietro, einen wirklich aussergewöhnlichen Priester, kennengelernt hat.
Edoardo Falcone

"Se Dio vuole" ist der Film, auf den wir gewartet haben. Dieser Film belebt das Komödientalent, das tief in den italienischen Genen steckt, aber zu oft vom blossen Abschreiben und vom chronischen Ideenmangel ausgebremst wird. In diesem Film stimmt einfach alles. Er ist fast schon zu perfekt, als hätte es dieses göttliche Einwirken, das im Mittelpunkt der Handlung steht, wirklich gegeben. Bravo, Edoardo Falcone! Er hat - zusammen mit Marco Martani - nicht nur eines der besten Drehbücher der letzten Jahre geschrieben, er setzt es als Debütregisseur ganz im Stil der alten Schule der italienischen Komödie in Szene. Die Geschichte verliert nie an Intensität und hält dank grossartiger Dialoge und herausragender Darsteller ihren schnellen Rhythmus über 90 Minuten aufrecht.
Maurizio Acerbi, Il Giornale

Edoardo Falcones Erstlingswerk erzählt uns mit Leichtigkeit und mit Dialogen im Geist der italienischen Komödie die Geschichte einer 'unmöglichen' Freundschaft (wer weiss, wie viele es davon vielleicht wirklich gibt!). Ein Mann, der die Religion verachtet, lernt durch 'göttliche Fügung' jemanden kennen, der ihm durch seine Menschlichkeit den Glauben näher bringt und seinem Leben neue Perspektiven schenkt. Ein Film für alle, der Themen aufgreift, über die man häufig plaudert, die jedoch selten, ohne ins Vulgäre abzugleiten, behandelt werden. Das Interessante ist hierbei, wie Drehbuch und Regie sowohl die Charakterisierung der Protagonisten als auch das Wechselspiel von Lachen und Nachdenken anpacken. Sehr sehenswert, am besten mit einem befreundeten oder einem angehenden Priester.
Gianluca Bernardini, Avvenire

Edoardo Falcone (1968, Rom) studiert Schauspiel und arbeitet als Schauspieler und Autor von Theaterkomödien. Im Jahr 2000 ist er Finalist bei der italienischen Cabaret-Veranstaltung "Riso in Italy". In der Filmbranche macht er sich einen Namen als Drehbuchautor und arbeitet unter anderem mit Massimiliano Bruno, Claudio Risi und Carlo Vanzina. Sein Spielfilmerstling "Se Dio vuole" gewinnt 2015 den David di Donatello in der Kategorie bester Debütregisseur.

Regie: Edoardo Falcone
Drehbuch: Edoardo Falcone, Marco Martani
Kamera: Tommaso Borgstrom
Schnitt: Luciana Pandolfelli
Ausstattung: Cristina Onori
Musik: Carlo Virzì
Produktion: Mario Gianani, Lorenzo Mieli für Wildside
Darsteller: Marco Giallini (Tommaso), Alessandro Gassman (Don Pietro), Ilaria Spada (Bianca), Laura Morante (Carla), Enrico Oetiker (Andrea), Edoardo Pesce, Carlo De Ruggieri, Giuseppina Cervizzi, Alex Cendron, Fabrizio Giannini, Silvia Munguia
Italien 2015, 87 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Lo stimato cardiochirurgo Tommaso e sua moglie Carla, un tempo affascinante 'pasionaria', oggi sfiorita come gli ideali in cui credeva, hanno due figli: Bianca, la più grande che non ha interessi né idee o passioni, e Andrea, un ragazzo brillante, iscritto a medicina e pronto a seguire le orme del padre. Tommaso è molto orgoglioso di suo figlio, ma improvvisamente qualcosa cambia. Il ragazzo, infatti, si chiude spesso nella sua stanza e la sera esce senza dire a nessuno dove va. I sospetti su una possibile omosessualità del figlio si insinuano; ma Tommaso è tutt'altro che incline alla discriminazione e pronto quindi ad accettare la situazione, fino a quando Andrea decide finalmente di aprirsi in famiglia e comunicare l'intenzione di diventare sacerdote. Per Tommaso, ateo convinto, è un duro colpo. Così, mentre finge di dare il suo pieno appoggio ad Andrea, inizia a seguirlo di nascosto per scoprire chi è il responsabile del cambiamento avvenuto nel ragazzo. Scopre quindi che il suo 'nemico' è Don Pietro, un sacerdote davvero sui generis, con cui Tommaso inizierà una vera e propria guerra senza esclusione di colpi.

Con "Se Dio vuole" volevo fare un film che raccontasse in maniera divertente e un po' dissacrante la realtà che abbiamo intorno. Sono un grande ammiratore della commedia all'italiana degli anni '60, dei film di Mario Monicelli, Pietro Germi, Dino Risi. Per questo cercavo un'idea diversa. Non volevo fare la solita commedia romantica, né tantomeno il tipico film comico-farsesco. Lo spunto iniziale mi è venuto guardandomi intorno. Conosco tante persone che si reputano aperte, democratiche e illuminate ma che, in realtà, sono incapaci di mettersi in discussione, dimostrando di essere l'esatto contrario. Così è Tommaso, un medico presuntuoso e pieno di sé che sarà costretto a rivoluzionare la sua vita e le sue certezze grazie all'incontro con Don Pietro, un sacerdote molto sui generis.
Edoardo Falcone

Per una volta, l'erba più verde è la nostra; cosa più unica che rara, di questi tempi. "Se Dio vuole" è il film che aspettavamo, che rilancia il nostro saper far commedia, ben presente nel dna italiano, ma tenuto a freno dalla scorciatoia più facile dello scopiazzare (e dalla cronica mancanza di idee). Non c'è niente che stoni in questa pellicola. Tutto fin troppo perfetto, quasi ci fosse stato quell'intervento divino che è poi al centro della trama. Bravo a Edoardo Falcone che non solo firma una delle sceneggiature più brillanti degli ultimi anni (con Marco Martani), ma la mette in scena, pur da regista debuttante, con il piglio della vecchia scuola della commedia all'italiana. La storia non cala mai di intensità, tenendo per 90 minuti un ritmo alto, grazie a battute strepitose e attori in stato di grazia.
Maurizio Acerbi, Il Giornale

Tra leggerezze e battute da commedia all'italiana, l'opera prima di Edoardo Falcone riesce a raccontarci la storia di un'amicizia 'impossibile' (ma quante, forse, ne esistono nella realtà!), tra chi disprezza in qualche modo la religione, ma per 'divini misteri' viene a contatto con qualcuno che, attraverso la propria umanità, gli narra la fede e gli dona nuove prospettive di vita. Un film meno 'frivolo' di quanto si potrebbe pensare e che parla davvero a tutti di temi spesso 'chiacchierati', ma raramente affrontati senza scadere nella volgarità. Questa volta è l'approccio della scrittura e della regia che si fanno interessanti, sia nella caratterizzazione dei protagonisti (credibili nel ruolo), come pure nel passaggio dal piano della risata a quello della riflessione. Da vedere, magari con un amico prete (o seminarista).
Gianluca Bernardini, Avvenire

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La_stoffa_dei_sogni
La_stoffa_dei_sogni

LA STOFFA DEI SOGNI > > Trailer
DER STOFF, AUS DEM DIE TRÄUME SIND > > Trailer

Ein Schiff, auf dem sich eine mittelmässige Theaterkompagnie und gefährliche Camorra-Mitglieder befinden, geht vor der Küste der Insel Asinara im Mittelmeer unter. Die Schiffbrüchigen retten sich auf die Insel, auf der sich ein Hochsicherheitsgefängnis befindet. Für den Gefängnisdirektor, der zusammen mit seiner heranwachsenden Tochter auf der Insel lebt, ist es unmöglich, die Verbrecher von den Schauspielern zu unterscheiden. Vom Theater hält er nicht viel, da ihn seine Frau, eine Schauspielerin, vor Jahren verlassen hat. Nun findet er Gelegenheit zur Rache, indem er alle Schiffbrüchigen zwingt, eine Komödie - "Der Sturm" von Shakespeare - im Hof des Gefängnisses auf die Bühne zu bringen, um herauszufinden, wer ein echter Schauspieler ist und wer nicht.

Die Idee zum Film entstand vor einigen Jahren, als ich die Insel Asinara besuchte. Das Gefängnis wurde kurz zuvor geschlossen und aus der Insel wurde ein Nationalpark. Eigentlich geht die Idee auf die Zeit zurück, in der ich als junger Mann mit dem grossen Theatermann Eduardo De Filippo arbeitete. Ich war Tontechniker und wirkte an seiner Inszenierung von Shakespeares "Der Sturm" auf Neapolitanisch mit. Dieses Erlebnis ist mir über die Jahre immer in Erinnerung geblieben. Ich habe die Insel Asinara für den Film ausgewählt, weil sie ein Stück Erde ist, das, als sich dort das Gefängnis befand, mehr als ein Jahrhundert vom Rest der Welt abgeschnitten war. In diesem Gefängnis sassen Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg, Camorra-Mitglieder, sardische Banditen. Ein Ort des Schmerzes und des Exils, wie jener, in dem Prospero eingeschlossen ist. Aber gleichzeitig ist es ein wundervoller und magischer Ort mit einer atemberaubenden Landschaft. Mit ihrer Geschichte wird die Insel selbst zur Darstellerin.
Gianfranco Cabiddu

"La stoffa dei sogni" ist ein eigenartiges Werk mit einer dichten Atmosphäre voller Bezüge und Zitate, das zwischen Verfolgungsjagden und waghalsigen Fluchten in der Abgelegenheit der Insel Asinara angesiedelt die heimtückische Natur des Menschen offenbart. Das aus der Vogelperspektive gefilmte Gefängnis ist nur ein symbolisches Echo, hinter dem jede Figur ihre wirklichen Absichten gut versteckt hält. Das Ergebnis ist eine handfeste Intrige, die sich der 'einfachen' Schönheit der Commedia dell'Arte, ihrer Kulisse und ihrer Masken nach dem Vorbild Goldonis bedient und sie mit der scharfzüngigen neapolitanischen Rezitationskunst bereichert, in der Realität und Fiktion, Liebe und Hass, Rache und Verzeihen die Plätze tauschen.
Silvia Pellegrino, Dazebao News

Mit "La stoffa dei sogni" verwirklicht der sardische Regisseur Gianfranco Cabiddu nach langem Warten seinen Traum, einen von Eduardo De Filippo und seiner "L'arte della commedia" inspirierten Film zu drehen. Als Drehort wünschte sich der Regisseur um jeden Preis die nördlich von Sardinien gelegene Insel Asinara. Unter den Protagonisten finden sich die besten Darsteller des heutigen italienischen Filmschaffens: Sergio Rubini und Ennio Fantastichini, die den Leiter der Theatergruppe und den Gefängnisdirektor verkörpern.
Fabio Canessa, La Nuova Sardegna

Gianfranco Cabiddu (1953, Cagliari) beginnt nach seinem Abschluss in Musikethnologie, als Tontechniker für Kino und Theater zu arbeiten. In den Achtzigerjahren arbeitet er für den Schauspieler, Theaterautor und Filmregisseur Eduardo De Filippo. Er arbeitet unter anderem mit den Filmregisseuren Luigi Comencini und Mario Monicelli. 1988 gibt er mit "Disamistade" sein Regiedebüt, auf das 1997 "Il figlio di Bakunin" folgt. Er dreht zudem zahlreiche Dokumentarfilme, darunter "Passaggi di tempo" (2005) und "Faber in Sardegna" (2015) über Fabrizio De Andrè.

Regie: Gianfranco Cabiddu
Drehbuch: Ugo Chiti, Gianfranco Cabiddu, Salvatore De Mola nach "L'arte della commedia" von Eduardo De Filippo
Kamera: Vincenzo Carpineta
Schnitt: Alessio Doglione
Ausstattung: Livia Borgognoni
Musik: Franco Piersanti
Produktion: Isabella Cocuzza, Arturo Paglia für Paco Cinematografica
Darsteller: Sergio Rubini (Oreste Campese), Ennio Fantastichini (De Caro), Renato Carpentieri (Don Vincenzo), Teresa Saponangelo (Maria), Francesco Di Leva, Ciro Petrone, Gaia Bellugi, Fiorenzo Mattu, Maziar Fayrouz, Jacopo Cullin
Italien 2016, 101 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Una nave con a bordo una modesta compagnia di teatranti e pericolosi camorristi naufraga sulle coste di un'isola in mezzo al Mediterraneo. Non un'isola qualunque, ma l'Asinara, con un carcere di massima sicurezza e intorno nient'altro che mare. Per il direttore del carcere è impossibile distinguere i pericolosi camorristi dai teatranti. Il direttore cova un forte odio verso il teatro. Dopo esser stato abbandonato dalla moglie, attrice, si è esiliato volutamente con la figlia appena adolescente sull'Asinara, a dirigere il carcere. Trova così l'occasione per la sua vendetta e costringe tutti i naufraghi a mettere in scena una commedia, la "Tempesta" di Shakespeare, per scoprire chi è attore e chi no. Riuscirà nell'intento di smascherare i camorristi che si confondono con gli scalcinati attori, per sfuggire alla prigione?

L'idea del film è nata qualche anno fa, mentre visitavo l'isola dell'Asinara, dopo che era stato chiuso il carcere e l'isola era diventata un parco. Ma l'idea covava già dentro di me. Da giovane ho lavorato insieme al grande Eduardo De Filippo. Facevo il fonico e ho partecipato alla sua messa in scena della "Tempesta" di Shakespeare tradotta in napoletano. Quest'esperienza mi è rimasta impressa per tutti questi anni. Ho scelto l'isola dell'Asinara per il film perché è un pezzo di terra rimasta separata dal mondo per più di un secolo, quando c'era il carcere, dove sono stati mandati prigionieri della prima guerra mondiale, e poi camorristi, banditi sardi, etc. E' stato un posto di dolore e di esilio, come quello in cui è recluso Prospero. Ma contemporaneamente è un luogo magnifico, quasi magico, con un paesaggio mozzafiato. L'isola stessa è un personaggio, con la sua storia e la sua vita.
Gianfranco Cabiddu

Con "La stoffa dei sogni" il regista sardo Gianfranco Cabiddu realizza dopo una lunga attesa il sogno di girare un film ispirato a Eduardo De Filippo e alla sua "Arte della commedia". Come location il regista ha voluto a tutti i costi l'isola dell'Asinara, nel nord della Sardegna. E' proprio l'isola, quando era ancora un carcere di massima sicurezza, il luogo dove si svolge la storia e protagonisti del film sono due fra i migliori interpreti del cinema italiano d'oggi, Sergio Rubini e Ennio Fantastichini, che interpretano rispettivamente il capocomico di una scalcinata compagnia di teatranti e il direttore del carcere.
Fabio Canessa, La Nuova Sardegna

È una strana creatura "La stoffa dei Sogni", un'opera per sua natura densa di rimandi e citazioni che gioca nel fuori della meravigliosa isola dell'Asinara, tra inseguimenti e fughe rocambolesche, per poi ripiombare nel dentro insidioso dell'umano. La prigione, ripresa dall'alto, è solo un'eco simbolico dove ogni personaggio tiene ben custodita la realtà delle proprie intenzioni. Viene fuori un intreccio artigianale che si serve della 'semplice' bellezza scenografica della Commedia dell'Arte e delle sue maschere di matrice goldoniana, avvalorate dal guizzo recitativo partenopeo, che scambiano di posto la realtà con la finzione, l'amore con l'odio, la vendetta col perdono.
Silvia Pellegrino, Dazebao News

Con "La stoffa dei sogni" il regista sardo Gianfranco Cabiddu propone una storia che mette insieme realtà, finzione e anche qualche denuncia. L'Asinara, l'isola che per due secoli ha ospitato mafiosi, brigatisti e tutti i peggiori criminali italiani, sembrava l'ambientazione ideale per un film come questo. Si parte dal naufragio di una nave che trasporta una compagnia di teatranti e un gruppo di delinquenti. Tutti si ritrovano su una spiaggetta dell'Asinara e, per sfuggire alle manette, i detenuti provano a confondersi con gli attori. Distinguerli sembra difficile e la cosa più conveniente sembra organizzare una grande rappresentazione.
Nicola Pinna, La Stampa

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Programm Deutschschweiz
Cinélibre
Organisiert von Cinélibre, Bern, und Made in Italy, Rom.
Mit Unterstützung des Kulturministeriums Italiens und des Istituto Italiano di Cultura Zurigo.
Unter der Schirmherrschaft der italienischen Botschaft in der Schweiz.