Cinema_italiano VON OKTOBER BIS DEZEMBER 2014 IM KINO:
5 NEUE ITALIENISCHE FILME IN SCHWEIZER KINOPREMIERE UND MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN.

5 NUOVI FILM ITALIANI IN PRIMA VISIONE SVIZZERA:
DA OTTOBRE A DICEMBRE 2014


PROGRAMMHEFT ALS PDF

Bellas_mariposas
Bellas_mariposas
Bellas_mariposas

BELLAS MARIPOSAS
SCHÖNE SCHMETTERLINGE

Caterina ist zwölf und lebt mit Eltern und zahlreichen Geschwistern in einer Hochhaussiedlung am Stadtrand von Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens. Die Wohnung ist klein, die Patchworkfamilie chaotisch und der arbeitslose Vater ein Tyrann. Das alles stört Caterina nicht übermässig. Sie beobachtet ihre Umgebung genau, zieht ihre Schlüsse und wendet sich gerne direkt ans Kinopublikum. Und sie will Rockstar werden. An einem heissen Augusttag fahren Caterina und ihre beste Freundin, die gleichaltrige Luna, mit dem Bus ans Meer, gehen baden, essen viel Eis und fühlen sich wie schöne Schmetterlinge. Nach Einbruch der Dämmerung müssen die beiden Mädchen Gigi, den unbeholfenen und in Caterina verliebten Jungen von nebenan, vor Caterinas grossem Bruder Toni beschützen. Eine Theatertruppe, die geheimnisvolle Wahrsagerin Aleni und ein mit Banknoten vollgepackter Koffer lassen die Ereignisse eine unerwartete Richtung einschlagen.

„Bellas mariposas“ ist eine echte Entdeckung, ein Film, der mühelos jugendliche Unbekümmertheit, drastischen Sozialrealismus und fantastische Elemente à la Fellini zu verbinden weiss. Ein Lichtblick ist Caterina, die Hauptfigur mit eigenwilligem Charme, die sich von überhaupt gar nichts unterkriegen lässt, grossartig verkörpert von der jungen Sara Podda.

Das Herzstück von Sergio Atzenis Erzählung und des Films ist das Verschmelzen des Realen und des Imaginären, die unzertrennlich bleiben. Atzenis Erzählung kommt ohne Dialoge aus, ohne Interpunktion; vielmehr besteht sie aus einem langen Monolog. Es war eine grosse Herausforderung, daraus einen Film zu machen. Er spielt in Sant’Elia, einem von sozialen Spannungen geprägten Viertel  von Cagliari, wo ich auch die beiden Protagonistinnen gefunden habe. Der Film brauchte eine starke Besetzung und einen grossen Zusammenhalt zwischen Cast und Crew. Ich drehte alles in chronologischer Reihenfolge, damit zwischen den beiden Mädchen langsam Freundschaft und Vertrauen wachsen konnten. Zudem war ich alles andere als sicher, ob es funktionieren würde, Caterina direkt in die Kamera sprechen zu lassen. Erst der fertige Film gab mir die Sicherheit. Es war ein Wagnis und wir haben mit einer kleinen Equipe gedreht, fast wie beim Dokumentarfilm.
Salvatore Mereu

„Bellas Mariposas“ basiert auf einer wundervollen Erzählung in Monologform von Sergio Atzeni, dem vor kurzem mit nur 43 Jahren verstorbenen sardischen Schriftsteller. Die Geschichte findet an einem glühend heissen Augusttag in der Peripherie von Cagliari statt. Die Handlung könnte eine Episode aus „Gomorra“ sein, aber Salvatore Mereus Ansatz ist ein ganz anderer: Caterina selbst erzählt uns ihren Tag. Sie schaut direkt in die Kamera und wendet sich an uns Zuschauer und Zuschauerinnen, so dass eine Verfremdung entsteht, die mehr an die Nouvelle Vague als an den Neorealismus erinnert. Das Ergebnis ist ein sehr origineller Film, der ebenso ungeschliffen wie unterhaltsam ist. Die quirlige Welt der sardischen Vorstadt ist eine Mischung aus Martin Scorseses Little Italy und einem Slum in einem Bollywood-Musical. Salvatore Mereu hat echtes Talent und Sara Podda - wie fast die ganze Besetzung keine professionelle Schauspielerin - ist eine absolute Offenbarung. Einer der besten italienischen Filme der Saison.
Alberto Crespi, l’Unità

Salvatore Mereu (1965, Dorgali) machte seinen Abschluss in Filmwissenschaften an der Universität Bologna und studierte danach am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom, wo er die Kurzfilme „Prima della fucilazione“ und „Miguel“ drehte. Mit seinem Kinoerstling „Ballo a tre passi“ (2003) gewann er die Settimana della Critica in Venedig. 2007 nahm er mit „Sonetaula“ an den Filmfestspielen von Berlin teil. Es folgten „Tajabone“ (2010) und „Bellas Mariposas“ (2012). Salvatore Mereu tauscht den Beruf des Regisseurs zeitweise mit jenem des Kunstlehrers.

Regie: Salvatore Mereu.
Drehbuch: Salvatore Mereu nach der gleichnamigen Erzählung von Sergio Atzeni.
Kamera: Massimo Foletti.
Schnitt: Paola Freddi.
Musik: Train to Roots, Balentes, Antonio Castrignanò, Rosalba Piras.
Darsteller: Sara Podda (Caterina), Maya Mulas (Luna), Davide Todde (Gigi), Micaela Ramazzotti (Aleni), Luciano Currelli, Anna Karina Dyatlyk.
Produktion: Salvatore Mereu für Viacolvento.
Italien 2013, 100 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Cate e Luna sono due ragazze nel pieno di un'adolescenza rigogliosa, ricca di sogni e paure. Le due amiche, pur vivendo nella squallida periferia di Cagliari, stanno muovendo i loro primi passi verso la vita, fantasticando grandi progetti. Soprattutto Cate, vorrebbe diventare una rockstar e scappare subito da quella casa in cui vive con i suoi numerosi, problematici fratelli e con un padre tiranno che le impedisce persino di cantare. E poi c'è Gigi, innamorato di Cate, ma troppo timido e innamorato per mancarle di rispetto. In un lungo giorno di agosto, le due ragazze si troveranno a dover proteggere Gigi da Tonio, il fratello di Cate, che lo vuole uccidere. Quando tutto sembra perduto, l'intervento di una bellissima donna, Aleni, una strega che legge la sorte degli abitanti del quartiere, farà prendere alle cose una nuova piega.

Il cuore della novella di Sergio Atzeni, e del film, sta in questo: le due dimensioni, reale e immaginifica, si sposano, si coniugano insieme, non sono mai scisse, e la novella non ha dialoghi, non c'è punteggiatura, ma si presenta come un lungo monologo, e la scommessa di trarne un film era ardua. Il film è girato in un quartiere difficile di Cagliari, Sant'Elia, dove ho trovato anche le due protagoniste, ma potrebbe essere ovunque e la storia di Cate può parlare a qualsiasi spettatore, sardo o non. La storia aveva bisogno di un'interprete forte e di una grande coesione fra cast e troupe. Per questo ho girato tutto in ordine cronologico, per far nascere progressivamente amicizia e confidenza tra le due ragazzine. Né avevo alcuna garanzia che un procedimento come far parlare Cate in macchina funzionasse. È stata una scommessa, e abbiamo girato con una piccola troupe, quasi documentaristica, e la certezza di avere un film in mano l'ho avuta solo a lavoro finito.
Salvatore Mereu

Ispirandosi ad un bellissimo racconto/monologo di Sergio Atzeni, scrittore sardo prematuramente scomparso, "Bellas Mariposas" racconta una torrida giornata d'agosto in quel di Santa Lamenera, immaginario quartiere della periferia di Cagliari. È una trama che potrebbe essere un episodio di "Gomorra", ma Salvatore Mereu compie un'operazione diversissima: è la stessa Cate a raccontarci la propria giornata, guardando in macchina e rivolgendosi a noi spettatori, in un effetto di straniamento che fa molto Nouvelle Vague piuttosto che neo-neorealismo. Il risultato è un film originalissimo, crudo ma anche fragorosamente divertente, in cui il brulicante mondo di Santa Lamenera sembra qualcosa a metà fra la Little Italy di Martin Scorsese e lo slum di un musical di Bollywood. Salvatore Mereu ha talento da vendere, e la piccola Sara Podda (non professionista, come quasi tutto il cast) è una rivelazione assoluta. Uno dei migliori film italiani della stagione.
Alberto Crespi, l'Unità

Il cine-personaggio più sorprendente dell'anno è una ragazzina di 11 anni, Cate, che sa tutto, vede tutto, capisce tutto - o quasi. E lo racconta alla macchina da presa, senza un attimo di tregua, senza star troppo a distinguere tra fantasie e realtà (o tra italiano e dialetto), e soprattutto senza mai giudicare niente e nessuno. Anche se la sua squinternata famiglia e il palazzone in cui vive alla periferia di Cagliari non brillano per armonia e benessere. Cate e i tanti personaggi surreali di "Bellas Mariposas" non sono affatto «rubati» alla vita, come potrebbe sembrare, ma nascono dal racconto-monologo del cagliaritano Sergio Atzeni, scomparso a soli 43 anni, e Cate sembra un incrocio fra la Zazie parigina e molto disinibita di Queneau e un narratore onnisciente dell'Ottocento. Che ci arriva dallo schermo con la forza di un ciclone.
Fabio Ferzetti, Il Messaggero

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Intervallo
Intervallo
Intervallo
L'INTERVALLO
DIE PAUSE


Eine Vorstadt von Neapel: Salvatore ist fünfzehn und verkauft auf der Strasse Eis und Getränke. Ein Camorra-Gangster des Viertels bittet ihn um einen Gefallen: er soll auf die siebzehnjährige Veronica aufpassen, die von der Camorra in einem verlassenen Gebäude festgehalten wird. Salvatore begreift sofort, dass man einer solchen Bitte besser Folge leistet. Und so spielt er einen Tag lang Gefängniswärter für Veronica, ohne zu wissen, was sie in den Augen der Camorra falsch gemacht haben soll. Trotz gegenseitigen Misstrauens kommen sich die beiden Jugendlichen im Lauf des Tages näher. Sie durchforsten das riesige baufällige Gebäude, erfinden Spiele und verwandeln das Gelände in ein Abenteuerland. Doch beide wissen: die Männer der Camorra werden zurückkommen.

Der Spielfilmerstling von Leonardo di Costanzo erhielt beim Filmfestival von Venedig 2012 den Preis der internationalen Filmkritik. Es ist die tief bewegende und in stimmigen Bildern erzählte Geschichte zweier jugendlicher Aussenseiter, die sich für einen Tag aus einer Realität fortträumen, die vollständig vom Zugriff der Camorra beherrscht zu sein scheint. Kein Mafiafilm, sondern ein Film, der die Kraft der Fantasie feiert.

"L'intervallo" ist mein erster Spielfilm, vorher hatte ich Dokumentarfilme gedreht. Wie bei der Arbeit an einem Dokumentarfilm habe ich zuerst beobachtet und zugehört. Ich habe die Treffpunkte der Jugendlichen besucht, habe mich an ihren Orten aufgehalten. Das Drehbuch war eine Art Handlungsskizze, präzise zwar, aber offen genug, damit Raum für Interpretationen von Handlung und Figuren bleibt. Ausserdem stand von Anfang an fest, dass die beiden HauptdarstellerInnen keine Profis sein würden. Ich habe die Kamera möglichst diskret eingesetzt, um den SchauspielerInnen den grösstmöglichen Freiraum zu schenken. Alles mit dem Ziel, eine Geschichte über Jugendliche zu erzählen. Eine Geschichte, in der die Erwachsenen ausserhalb der Haupthandlung stehen, wahrgenommen als eine Bedrohung oder als eine Macht, die Regeln aufstellt, an die man sich halten muss. In diesem Fall sind es die Leute der Camorra, die gleichzeitig bedroht und schmeichelt, und mit der sich jeder in Neapel irgendwie auseinandersetzen muss.
Leonardo Di Costanzo

Der Spielfilmerstling von Lorenzo Di Costanzo, "L'intervallo", ist ein Film, für den ich den Begriff Meisterwerk heranziehen würde. Die Handlung baut sich im Spannungsfeld zweier Gegensätze auf. Auf der einen Seite steht die Fantasie zweier Jugendlicher, ihre Lebenslust, die ein baufälliges und leer stehendes Gebäude in eine Märchenwelt verwandelt, in dem ein mit Wasser vollgelaufener Keller zu einem Meer und ein verwilderter Garten zu einem Wald werden. Auf der anderen Seite steht der Druck der Realität, die der Logik der Bandenkriege und der Macht der Camorra folgt, einer Realität, in der allein das Gesetz des Stärkeren gilt. Zwischen diesen beiden so unversöhnlichen Welten müssen die beiden ihren Weg finden; sie müssen wählen zwischen Auflehnung und Kompromiss, zwischen Freiheit und Unterordnung. Das Ergebnis ist ein herausragender Film voller Ausdruckskraft und Zerrissenheit, voller Wahrheit und Gefühle, der alles in ein perfektes Gleichgewicht bringt und aus dem man völlig verzaubert und mit tausend Fragen im Kopf herauskommt.
Paolo Mereghetti, Corriere della Sera

"L'intervallo" ist ein überwältigender Film. Leonardo Di Costanzo kommt vom Dokumentarfilm, was man an der Intensität und Dichte jedes einzelnen Bildes spürt, ein Film gedreht mit den beiden NachwuchsdarstellerInnen Francesca Riso und Alessio Gallo, die voll rätselhafter Anmut sind. Es ist die Begegnung zweier Ausgeschlossener, die sich zu Beginn misstrauisch, wenn nicht feindselig gegenüberstehen, die sich dann öffnen und näher kommen, bis sich dieser wiedereroberte Raum in eine Art Garten Edens verwandelt.
Fabio Ferzetti, Il Messaggero

Leonardo Di Costanzo (1958, Ischia) machte seinen Abschluss am Istituto Orientale in Neapel und studierte Regie in Paris. Dort arbeitete er fürs Fernsehen, drehte Dokumentionen und beteiligte sich am Kollektivfilm "Premières Vues" (1991). In Italien drehte er die Dokumentarfilme "Prove di Stato" (1998), "A scuola" (2003), "Odessa" (2006) und wirkte bei "L'Orchestra di Piazza Vittorio" (Tourneefestival Cinema italiano 2009) mit.

Regie: Leonardo Di Costanzo.
Drehbuch: Maurizio Braucci, Mariangela Barbanente, Leonardo Di Costanzo.
Kamera: Luca Bigazzi.
Schnitt: Carlotta Cristiani.
Ausstattung: Luca Servino.
Musik: Marco Cappelli.
Darsteller: Francesca Riso (Veronica), Alessio Gallo (Salvatore), Carmine Paternoster, Salvatore Ruocco, Antonio Buil, Jean-Yves Morard.
Produktion: Carlo Cresto-Dina für Tempesta, Tiziana Soudani für Amka Film Productions.
Italien 2012, 83 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Napoli: una ragazza e un ragazzo in un enorme edificio abbandonato. Lei, Veronica, ha fatto uno sgarbo al capocamorra del suo quartiere. Che cosa abbia compiuto di tanto grave da venir rinchiusa in questo luogo spaventoso non è chiaro. Lui, Salvatore, non c'entra niente con la camorra, ma l'hanno costretto a forza a fare da carceriere. Mentre le ore passano e l'orco tarda ad arrivare, tra Veronica e Salvatore, poco alla volta, l'ostilità lascia il posto ad una forma di scambio, di gioco, che procede per timidi approcci e piccoli avvicinamenti. Il rapporto tra i due cambia, come dentro una bolla sospesa, ma l'angoscia stringe la gola, perché il castigo sta per arrivare e sarà tremendo. E quando, al tramonto, giungeranno i camorristi, saranno diversi da quelli attesi, ma ancora più violenti e inesorabili.

"L'intervallo" è il mio primo film di finzione, in precedenza avevo realizzato alcuni documentari, ma anche questo film scaturisce da una forte curiosità per il reale. Anche per questo film, ho iniziato come per un documentario ad osservare e ad ascoltare, frequentato a lungo degli adolescenti, andando nei loro luoghi di ritrovo, e la sceneggiatura è stata pensata come a una sorta di canovaccio, preciso, ma sufficientemente aperto, per lasciare poi spazio agli interpreti per arricchire i caratteri e le vicende liberamente. Inoltre era deciso fin dall'inizio che i due attori principali sarebbero stati non professionisti. Ho usato la macchina cinema il più discretamente possibile, per lasciare agli interpreti la massima libertà. Abbiamo girato senza luci aggiuntive, con macchina a spalla, per adattarci al modo degli attori di muoversi spontaneamente. Tutto questo per raccontare una storia di adolescenti dove gli adulti non ci sono o sono al di fuori, avvertiti come minaccia o come portatori di regole e consuetudini da rispettare. Qui sono quelle della camorra che minaccia e blandisce e con le quali a gradi diversi è costretto a fare i conti chi vive a Napoli.
Leonardo Di Costanzo

"L'intervallo" è un film bellissimo. Leonardo Di Costanzo viene dal documentario e si sente nel peso e nella densità che ha ogni immagine, ogni parola del suo film, girato con due giovanissimi attori esordienti pieni di grazia e mistero, Francesca Riso e Alessio Gallo. Lei, bellezza acerba ma vistosa, costretta dalla camorra in un edificio abbandonato. Lui invece, che per mestiere tira il carretto delle granite, addetto a sorvegliarla. Le ragioni della reclusione restano a lungo misteriose. È un incontro tra esclusi, prima diffidenti se non ostili, poi sempre più vicini, in un sorvegliato crescendo di aperture e intimità che per un attimo trasforma quello spazio riconquistato in una specie di Eden. La sceneggiatura, molto efficace, in fondo ricorda "Una giornata particolare" di Ettore Scola. Anche Veronica e Salvatore, come la Loren e Mastroianni, sono due esclusi. Non c'è Hitler, non c'è il fascismo, ma il regime ha cambiato solo status. Chi detta legge oggi a Napoli, e non solo, non ha nemmeno più bisogno del crisma della legalità. Non servono quasi nemmeno le maniere forti, ormai la rinuncia è spontanea, è consapevolezza della sconfitta. Anche se c'è sempre qualcuno che sa imitare il canto degli uccelli, come Salvatore, c'è sempre una bella ragazza, almeno una, che si ribella. O almeno ci prova.
Fabio Ferzetti, Il Messaggero

La più bella sorpresa del festival di Venezia del 2012 è un film italiano, l'esordio nel cinema di finzione di Lorenzo Di Costanzo, "L'intervallo", un film per cui vorrei scomodare la parola capolavoro, solo apparentemente semplice e improvvisato, in realtà puntigliosamente scritto e preparato con prove durate mesi. La vicenda si snoda lungo due fondamentali direttive, da una parte la forza della fantasia dei due ragazzi, la loro vitalità, capace di trasformare un ambiente fatiscente e abbandonato in una specie di regno delle favole, dove una cantina allagata diventa il mare, un giardino incolto quasi una foresta, dall'altra c'è il peso della realtà, con la logica delle guerre di quartiere, del potere camorristico, dove quella del più forte è l'unica legge accettata. Tra questi mondi che così male si conciliano tra loro, i due ragazzi devono trovare la propria strada, che potrebbe essere fatta di ribellioni o di compromessi, di libertà o di sottomissioni. Il risultato è un film straordinario, forte e teso, vero ed emozionante, in perfetto equilibrio, da cui si esce con la testa piena di suggestioni e domande.
Paolo Mereghetti, Corriere della Sera

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Reality
Reality
Reality

REALITY

Luciano führt einen Fischstand mitten in Neapel und macht zusammen mit seiner Frau zuweilen krumme Geschäfte. Vor allem aber ist er ein geborener Spassvogel, der vor seinen Kunden und seiner vielköpfigen Verwandtschaft mit Inbrunst die Stimmungskanone gibt. Bald sind sich alle einig: "Luciano, du gehörst ins Fernsehen!" Angestachelt von seinen Angehörigen nimmt Luciano am Casting für die Reality-Show "Grande Fratello" (Big Brother) teil. Aber sein Traum entwickelt sich schnell zu einer Besessenheit, die ihn und seine Familie zu verschlingen droht.

Der neue Film von "Gomorra"-Regisseur Matteo Garrone ist eine grandios wilde Achterbahnfahrt durch das italienische Showbusiness und die italienische Volksseele. Garrones fulminante Abrechnung mit Lug und Trug, mit schönem Schein und grotesken Medienspektakeln im von Berlusconi geprägten Italien wurde mit dem Grossen Preis der Filmfestspiele von Cannes ausgezeichnet.

"Reality" hat eine komische und eine bittere Seite, aber die Anklage gegen eine bestimmte Art von Fernsehen steht nicht im Mittelpunkt. Vielmehr geht es mir um eine ehrliche Darstellung meiner Heimat. Der Film ist eine Art modernes Märchen. Im Vergleich zu "Gomorra" bin ich mit "Reality" weniger in Richtung des Dokumentarischen gegangen, sondern vielmehr an die Grenze zum magischen Realismus. Mich interessierte Lucianos Sicht; die Kamera bleibt ganz nahe bei der Hauptfigur. Der Anfang ist linear und dreht sich um den Traum, mit dem Lucianos Umgebung ihn angesteckt hat. Doch dann beginnen sein Identitätsverlust und seine Reise in den Abgrund.
Matteo Garrone

In den genialsten Momenten von "Reality" vereint Matteo Garrone das Fernsehformat "Grande Fratello" mit George Orwells Big Brother, der uns in "1984" gegen unseren Willen ausspioniert. Gleichzeitig ist "Reality" auch eine Hommage an das italienische Kino, nicht nur an Viscontis "Bellissima", sondern auch an Fellinis Filme: Luftaufnahmen, Fettwänste in unmöglichen Aufzügen oder Paillettenglitzern. Matteo Garrone ist den anderen italienischen Regisseuren von heute immer ein wenig voraus. Er versteht es, in Bildern zu erzählen. Er weiss, wie man Szenen aufbaut, wie man Dialoge schreibt, wie man SchauspielerInnen auswählt und mit ihnen arbeitet. Und schliesslich das offene Finale des Films, das jeder Zuschauer und jede Zuschauerin für sich selbst zu Ende führen muss.
Mariarosa Mancuso, Il Foglio

"Reality" gehört zu den wenigen Filmen von 2012, die sich ausserhalb der üblichen Schemata bewegen. Zu den wenigen, die alles haben, was einen guten Film ausmacht: eine gute Geschichte, gute Regie und gute Schauspieler. Und vor allem ist er mitreissend. Der mit "Gomorra" berühmt gewordene Regisseur erweist sich mit diesem Film als zeitgenössischer Jünger von Schriftsteller Eduardo De Filippo: Während das zerbrechliche Gleichgewicht von De Filippos Figuren durch einen Lotteriegewinn aus den Fugen geriet, ist es bei Luciano der Big Brother, der in sein Leben einbricht. Jede Zeit hat ihren Mythos. Eduardo De Filippos Helden waren Symbole eines Italiens der Depression. Heute hingegen kommen sie aus einem mit Kameras gespickten Studio. Aber in beiden Fällen bleibt das Szenario dasselbe: Neapel, das in der Farbgebung von Garrone und seinem Kameramann Marco Onorato an die Filme von De Sica in seinen besten Zeiten erinnert.
Giorgio Carbone, Libero

Matteo Garrone (1968, Rom) arbeitete nach dem Schulabschluss zuerst als Aushilfe, bevor er sich der Malerei zuwandte. Sein Kinoerstling folgte 1997 mit "Terra di mezzo". Er drehte auch Kurz- und Dokumentarfilme. Seine weiteren Spielfilme: "Ospiti" (1998), "Estate romana" (2000), "L'imbalsamatore" (2002), "Primo amore" (2004), "Gomorra" (2008), "Reality" (2012). Zur Zeit arbeitet er an "Il racconto dei racconti".

Regie: Matteo Garrone.
Drehbuch: Maurizio Braucci, Ugo Chiti, Matteo Garrone, Massimo Gaudioso.
Kamera: Marco Onorato.
Schnitt: Marco Spoletini.
Ausstattung: Paolo Bonfini.
Musik: Alexandre Desplat.
Darsteller: Aniello Arena (Luciano), Loredana Simioli (Maria), Nando Paone (Michele), Graziella Marina, Nello Iorio, Nunzia Schiano, Claudia Gerini, Raffaele Ferrante.
Produktion: Domenico Procacci, Matteo Garrone für Archimede Film, Fandango.
Italien 2012, 115 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Luciano è un pescivendolo, napoletano, trentenne, sposato e con due figli, che per integrare i suoi guadagni si arrangia facendo piccole truffe insieme alla moglie Maria. Ha un carattere estroso e spesso, per scherzo, si esibisce davanti ai clienti della pescheria o, a casa, con i parenti. Un giorno, spinto dai familiari, partecipa a un provino per partecipare a un reality show, ma il suo sogno si trasforma ben presto in un'ossessione mettendo in pericolo la vita familiare e Luciano stesso.

"Reality" parte da una notizia di cronaca letta per caso sul giornale. Ho iniziato con l'idea di girare una commedia, poi il film è cambiato, e "Reality" ha una parte più comica ed una più amara, ma non volevo fare un film di denuncia contro un certo tipo di televisione, piuttosto raccontare il mio paese con uno sguardo onesto, come una fiaba moderna. La realtà mi interessa, ma come punto di partenza, poi procedo a trasfigurarla. Con "Reality" sono andato meno nella direzione documentaristica, in confronto a "Gomorra", più al confine del realismo magico. Per questo la cinepresa sta addosso al protagonista, mi interessava il suo sguardo, e dopo un inizio più lineare, legato al sogno con cui il quartiere e la famiglia hanno contagiato Luciano, questi comincia a perdere la propria identità ed inizia il suo viaggio agli inferi. Forse è spiazzante, ma la seconda metà è conseguenza della prima, e sono entrambe necessarie. Lo spettatore capirà.
Matteo Garrone

"Reality" è tra i pochissimi film italiani del 2012 che escano dalla routine. Che siano come deve essere un film. Ben raccontato, diretto e recitato, e soprattutto coinvolgente. In apparenza la commedia non sembrerebbe nelle corde di Matteo Garrone. Che ha un bel curriculum, tutto nella direzione del dramma ("Gomorra"), anche feroce e grottesco ("L'imbalsamatore"). Invece "Reality", anche nei suoi momenti più bui, rimane piuttosto una favola, sospesa tra tristezza e divertimento, più che un pamphlet politico o di costume. Il regista che ha raggiunto la notorietà con "Gomorra", rivela una vocazione da prosecutore dell'opera di Eduardo De Filippo, e Luciano somiglia ai personaggi di "La grande magia","La paura numero uno". I loro fragili equilibri venivano rotti – che so – da una vincita alla lotteria, quelli di Luciano dall'irruzione nella sua vita del Grande Fratello. Ogni epoca ha i suoi miti. Quelli degli eroi eduardiani erano simboli di un'Italia depressa. Oggi ci arrivano da uno scatolotto e da qualche telecamera spiona. Nell'uno e nell'altro caso lo scenario rimane eguale, una Napoli riportata sullo schermo con un colore degno del miglior De Sica.
Giorgio Carbone, Libero

Ci sono momenti di puro genio in "Reality", in cui Matteo Garrone fa scintille e mette insieme il Grande Fratello (inteso come programma tv), con il Grande Fratello di George Orwell (quello che in 1984 ti spiava contro la tua volontà). Al tempo stesso "Reality" rende omaggio al cinema italiano, non solo a "Bellissima" di Visconti, ma anche a Fellini: sequenze dall'alto, Cinecittà, grassone con improbabili abiti da matrimonio, lustrini. Matteo Garrone è sempre posizionato molte spanne sopra gli altri registi italiani d'oggi. Sa raccontare per immagini, sa come si compongono le scene, come si scrivono i dialoghi, come si scelgono e si dirigono gli attori, presi dove capita. E poi c'è il finale, come sospeso, che resta allo spettatore completare.
Mariarosa Mancuso, Il Foglio

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Il_rosso_e_il_blu
Il_rosso_e_il_blu
Il_rosso_e_il_blu

IL ROSSO E IL BLU
ROT UND BLAU

Eine ganz alltägliche Schule in Rom, in der die verschiedensten Menschen, Lehrer wie Schüler, aufeinandertreffen. Die strenge Direktorin sieht sich zu ihrem Entsetzen gezwungen, sich um einen vierzehnjährigen Klassenclown zu kümmern, dessen Mutter plötzlich verschwindet. Die idealistischen Vorsätze eines jungen Aushilfslehrers drohen rasch am rauen Schulalltag zu zerschellen. Der alternde und zynisch gewordene Kunstlehrer begegnet nach Jahren einer ehemaligen Schülerin, was sein Weltbild verändert. Und ein Junge rumänischer Herkunft fordert zusammen mit seiner ausgeflippten Freundin ein Schicksal heraus, das ihnen von den Erwachsenen bereits vorherbestimmt zu sein scheint.

Überraschungen und Versuchungen, Hoffnungen und Enttäuschungen – auf vergnügliche Weise führt uns Giuseppe Piccioni in den Mikrokosmos der Schule und präsentiert diesen als Spiegelbild des Lebens. Mit Stars wie Margherita Buy, Roberto Herlitzka und Riccardo Scamarcio im Lehrerzimmer hat er ein Spitzenensemble zur Verfügung, dem die jungen DarstellerInnen der SchülerInnen kaum nachstehen.

Zum Filmtitel von „Rot und Blau“: Mithilfe jenes Korrekturstifts, der am einen Ende eine rote und am anderen Ende eine blaue Spitze hat, werden die beiden Farben in der Schulpraxis dazu verwendet, verschiedene Arten von Fehlern zu kennzeichnen.

Mein Film ist keine Anklage gegen die Schule. Er entstand aus meinem Wunsch heraus, die Schule als einen Ort darzustellen, an dem so viele Schicksale aufeinandertreffen: all die Hoffnungen und Enttäuschungen von Jung und Alt. In der Schule kreuzen sich die desillusionierten Existenzen der Erwachsenen und die Träume der Jugendlichen. Ich suchte nach einer normalen Geschichte und einer normalen Schule, um mit Leichtigkeit, Leidenschaft und Ehrlichkeit erzählen zu können.
Giuseppe Piccioni

Giuseppe Piccioni macht authentische Filme über Menschen und ihre Gefühle. Für ihn ist das Kino immer eine Gelegenheit, die menschliche Natur zu reflektieren. „Il rosso e il blu“ ist da keine Ausnahme. Wer den Film vorschnell dem Thema Schule zuordnet, irrt sich. Das Gymnasium als Hintergrund für die verschiedenen Erzählstränge ist letztendlich ein Vorwand, das tiefer liegende Thema hervorzuheben: das fragile Gleichgewicht zwischen Illusion und Ernüchterung, in dem sich die Menschen – seien es Jugendliche oder Erwachsene – bewegen. Dies betrifft sowohl Lehrer Fiorito, den älteren, desillusionierten und mit Selbstmordgedanken spielenden Herrn, als auch die Direktorin, die aus Angst vor Gefühlen und vor den damit einhergehenden Enttäuschungen mit sich und den anderen hart ins Gericht geht. Leute wie du und ich also, genau wie die Jugendlichen, die daran zweifeln, dass auf dieser Welt so etwas wie Glück zu finden ist. Wenngleich das ernste Themen sind; der Film meistert sie mit Leichtigkeit und mit Dialogen, die uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Geschickt spielt Piccioni mit den Zwischentönen und erfreut uns mit einer heiteren und ausgesprochen menschlichen Komödie.
Angela Prudenzi, Rivista del Cinematografo

Giuseppe Piccioni findet mit „Il rosso e il blu“ zu seinem authentischen Stil zurück, den man schon in seinem wohl schönsten Film, „Fuori dal mondo“, bewundern konnte.  Es ist sicher kein Zufall, dass in beiden Margherita Buy eine Hauptrolle spielt: im einen eine Nonne, im anderen eine Schuldirektorin, in beiden Fällen sind es Frauen, die überdenken müssen, ob sie ihre Gefühle leugnen sollen.
Paolo D’Agostini, la Repubblica

Giuseppe Piccioni (1953, Ascoli Piceno) promovierte in Soziologie. Anfang der Achtzigerjahre studierte er Regie an der Scuola Gaumont in Rom. Vor seinem Erstling „Il grande Bleck“ (1987) beteiligte er sich am Kollektivfilm „Juke Box“ (1983) und schrieb zusammen mit Margherita Buy das Drehbuch zum Kurzfilm „Non ho tempo“ (2000). Weitere Spielfilme: „Chiedi la luna“ (1991), „Condannato a nozze“ (1993), „Cuori al verde“ (1996), „Fuori dal mondo“ (1999), „Luce dei miei occhi“ (2001), „La vita che vorrei“ (2004) und „Giulia non esce la sera“ (2009, Tourneefestival Cinema italiano 2010).

Regie: Giuseppe Piccioni.
Drehbuch: Giuseppe Piccioni, Francesca Manieri nach einem Roman von Marco Lodoli.
Kamera: Roberto Cimatti.
Schnitt: Esmeralda Calabria.
Ausstattung: Ludovica Ferrario.
Musik: Ratchev & Carratello.
Darsteller: Margherita Buy (Direktorin), Riccardo Scamarcio  (Lehrer Giovanni Prezioso), Roberto Herlitzka (Lehrer Fiorito), Silvia D’Amico (Angela Mordini), Davide Giordano (Brugnoli), Ionut Paun (Adam), Nina Torresi.
Produktion: Donatella Botti für Bianca Film.
Italien 2012, 98 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Quattro storie si intrecciano in una scuola di Roma: un vecchio professore di storia dell'arte, cinico e sagace, vede riaccendersi la passione per il suo lavoro grazie all'inatteso incontro con una ex alunna; i buoni propositi di un giovane supplente al primo incarico si scontrano con le sorprese, le tentazioni e le disillusioni dovute al complesso rapporto con i suoi alunni, in particolare con una studentessa eccentrica e ribelle; una preside impeccabile e rigorosa si ritrova costretta, suo malgrado, a occuparsi di un buffo ragazzino di quattordici anni, dimenticato dalla madre; un ragazzo di origine romena, apparentemente figlio e studente modello, decide di sfidare insieme alla sua ragazza - una scapestrata sedicenne italiana - un destino che sembra già essere stato scritto per loro dagli adulti.

Non cercavo con "Il rosso e il blu" la storia di denuncia. Non volevo limitarmi a dire che la scuola fa schifo. A volte la scuola fa schifo, ma che c'è sempre qualcuno che cerca di far qualcosa per renderla migliore. C'è sempre qualcuno che non si arrende. Faccio i film per dire qualcosa di mio, per raccontare storie che possano tirare fuori il nucleo dell'esistere, per andare in profondità. E il film nasce dal mio desiderio di raccontare quel che accade in un luogo, la scuola, in cui si incrociano destini, speranze, disillusioni di adulti e di giovani, un posto che funge da crocevia tra l'esistenza disillusa degli adulti ed i sogni degli adolescenti. Ho cercato una storia normale, e una scuola normale, con i disagi di oggi, per raccontare questo mondo con leggerezza, passione ed onestà.
Giuseppe Piccioni

Giuseppe Piccioni con "Il rosso e il blu" ritrova la sua vena più autentica, quella che aveva ispirato il suo film probabilmente più bello, "Fuori dal mondo", non a caso interpretato dalla stessa Margherita Buy, lì suora, qui preside, in entrambi i casi una donna spinta a riesaminare la sua scelta di tenersi alla larga d'ogni coinvolgimento. La commedia è uno sguardo accorato e struggente sull'universo scolastico, facendo del titolo "Il rosso e il blu" una guida alla considerazione dell'errore non già come sentenza ma come banco di prova, in nome della sperimentazione, della ricerca, dell'ascolto. All'interno di un'esperienza sempre e comunque fondamentale e formativa nella vita di tutti. Alla quale è doveroso recuperare attenzione e rispetto.
Paolo D'Agostini, la Repubblica

Con coerenza Giuseppe Piccioni persegue un cinema attento ai sentimenti e alle persone, i film per lui sono sempre un'occasione per riflettere sulla natura umana e "Il rosso e il blu" non fa eccezione, e sbaglierebbe chi lo archiviasse velocemente alla voce "scuola". Il liceo che fa da sfondo alle varie vicende è quasi un pretesto, scelto non per fare della sociologia, ma per enfatizzare il vero oggetto d'indagine, cioè il sottile equilibrio tra illusione e disillusione in cui gli esseri umani, ragazzi o adulti, si muovono, dal professor Fiorito, anziano, disilluso e tentato dall'idea del suicidio, alla preside, dura prima con se stessa che con gli altri, per paura di cedimenti sentimentali portatori di sofferenza. Persone come tante, insomma, così come i ragazzi, già segnati dal dubbio che la felicità non sia di questo mondo. Se gli argomenti sono profondi, il film però li affronta con leggerezza, con toni e dialoghi che strappano spesso il sorriso. Piccioni non calca la mano, lavora felicemente sui mezzi toni, rifuggendo il dramma e tanto più la farsa sguaiata dei teen movie americani, per offrire invece una bella commedia, decisamente umana.
Angela Prudenzi, Rivista del Cinematografo

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Tutti_contro_tutti
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TUTTI CONTRO TUTTI
JEDER GEGEN JEDEN

Arbeiter Agostino lebt mit seiner Frau Anna, seinen Kindern Erica und Lorenzo, seinem Schwager Sergio, dessen Frau Romana und deren Kindern sowie dem grantigen Grossvater Rocco am Stadtrand Roms. Nach Lorenzos Erstkommunionsfeier kehrt die Familie nach Hause zurück und muss feststellen, dass ihre Wohnung kurzerhand besetzt wurde. Ohne zu zögern, schlägt die Familie im Treppenhaus vor der Wohnung ihre Zelte auf. Eine an überraschenden und grotesken Wendungen reiche Komödie über den erbitterten Kampf um die eigene Wohnung beginnt.

Das Projekt entstand vor sieben Jahren, als der echte Agostino mich anrief und berichtete, man habe ihm sein Zuhause gestohlen. Gemeinsam mit Massimiliano Bruno dachte ich sofort an eine Komödie über die Kämpfe, die man heutzutage auszutragen hat. Unser Ziel war es, die Realität derart ironisch darzustellen, dass man über sie lachen kann, so wie wir Italiener es tun. "Tutti contro tutti" erzählt von Dingen, die mir wirklich am Herzen liegen, von Leuten, die vom Pech verfolgt sind. Ich mag es, mich in sie hinein zu fühlen. Es dauerte sechs Jahre, diesen Film zu drehen, aber ich glaube, es war die Mühe wert. Mein filmischer Stil ist in erster Linie geprägt von meiner Arbeit mit Ettore Scola.
Rolando Ravello

Im Mittelpunkt von "Tutti contro tutti" steht die dramatische Frage nach dem Recht auf ein Dach über dem Kopf. In einem Land, in dem die Wohnungsmieten – ganz zu schweigen von den Kaufpreisen – für viele unerschwinglich sind, gibt es darauf bei weitem keine Garantie. Rolando Ravellos Komödie berührt den Kern dieses Missstandes mit liebevollem Humor und einem sanften Blick auf die kleine Welt der gutmütigen Protagonisten, die durch den zunehmenden sozialen Verfall ihrer Umgebung in Schwierigkeiten geraten.
Alessandra Levantesi, La Stampa

In "Tutti contro tutti" steckt etwas authentisch Herzzerreissendes. Der Film ist der Regieerstling des Schauspielers Rolando Ravello, den wir aus vielen Filmen Ettore Scolas kennen. Am Anfang stand das von einem realen Fall inspirierte Theaterstück von Massimiliano Bruno, der auch das spätere Drehbuch für den Film schrieb. Es trägt den Titel "Agostino", den Namen des Protagonisten, der von Ravello selbst gespielt wurde. Danach drehte Ravello einen Dokumentarfilm über das gleiche Thema. Es ist faszinierend, mit einem Abstand von mehr als 60 Jahren erneut "Totò cerca casa" (Totò sucht eine Wohnung, 1949) zu sehen, der die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert. Auch deshalb, weil in "Tutti contro tutti" die Stilmittel der Komik sich aus der Realität ableiten und sparsam eingesetzt sind. Jenen, die selbst von sozialen Problemen betroffen sind, erleben eine Situation, die an den Schützengraben erinnert, in dem die Spielregeln der gegenseitigen Hilfe und des Zusammenschlusses verloren gegangen sind. Hier heisst es, jeder für sich und gegen alle anderen.
Paolo D'Agostini, la Repubblica

Rolando Ravello (1969, Rom) begann seine Karriere als Moderator von Kindersendungen, bevor er in Ettore Scolas Filmen "Romanzo di un giovane povero" (1995) und "La cena" (1998) seine ersten Leinwandauftritte feierte. 2006 spielte er die Hauptrolle in der Fernsehverfilmung "Il pirata: Marco Pantani". Zwischen 2008 und 2011 war er einer der Protagonisten der Serie "La squadra", gleichzeitig arbeitete er am Theater. "Tutti contro tutti" (Jeder gegen jeden, 2013) ist sein Regieerstling.

Regie: Rolando Ravello.
Drehbuch: Massimiliano Bruno, Rolando Ravello nach einem Theaterstück von Massimiliano Bruno.
Kamera: Paolo Carnera.
Schnitt: Clelio Benevento.
Ausstattung: Alessandro Vannucci.
Musik: Alessandro Mannarino, Tony Brundo.
Darsteller: Rolando Ravello (Agostino), Kasia Smutniak (Anna), Marco Giallini (Sergio), Stefano Altieri (Opa Rocco), Raffaele Iorio (Lorenzo), Agnese Chinassi (Erica), Lidia Vitale (Romana), Flavio Bonacci, Antonio Gerardi.
Produktion: Domenico Procacci für Fandango.
Italien 2013, 90 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Agostino è un operaio che vive nella periferia di Roma. In un giorno di festa, per la Prima Comunione del figlio, tornando a casa insieme alla moglie Anna, al caustico Nonno Rocco, ai due figli Erica e Lorenzo, ai cognati Sergio e Romana e ai loro figli, Agostino scopre che il suo appartamento è stato occupato. Inizia così la sua battaglia per il diritto alla casa occupando, a sua volta, il pianerottolo di fronte alla sua abitazione.

Il progetto nasce sette anni fa, quando il vero Agostino mi telefonò, per raccontarmi che gli avevano rubato casa. Insieme a Massimiliano Bruno ho pensato subito a una commedia sulle battaglie che si trova a combattere chi vive il nostro tempo. L'obiettivo è stato di raccontare la realtà ridendoci su, con ironia, come sappiamo fare noi italiani. "Tutti contro tutti" racconta quello che mi sta a cuore. Mi piace chi non è fortunato. Ci entro in empatia. Per fare questo film ci sono voluti sei anni, ma forse ne è valsa la pena.
Rolando Ravello

"Tutti contro tutti" è centrato sul drammatico problema del diritto alla casa, per nulla garantito in un paese dove i costi dell'affitto (non parliamo dell'acquisto) risultano proibitivi per molti. La commedia tocca il nevralgico nodo sociale con garbato umorismo e sguardo affettuoso verso il suo piccolo mondo di personaggi dal cuore buono messi in affanno dal degrado crescente, e regia e scrittura scorrono lievi.
Alessandra Levantesi, La Stampa

C'è qualcosa di autenticamente struggente in "Tutti contro tutti". Che è la prima regia dell'attore Rolando Ravello, che conosciamo come presenza ricorrente in tutti gli ultimi film di Ettore Scola. Questo suo debutto ha una storia. Ispirato alla cronaca, c'è stato all'inizio un testo teatrale (di Massimiliano Bruno, ora sceneggiatore del film), intitolato Agostino come il nome del protagonista, interpretato da Ravello stesso. E poi Ravello ha realizzato un documentario, ancora sugli stessi temi. C'è qualcosa di struggente nel rivisitare a più di 60 anni di distanza "Totò cerca casa", che aveva per tema la crisi degli alloggi subito dopo la guerra. Anche perché "Tutti contro tutti" fa ricorso agli schemi della commedia e della comicità con parsimonia. Viviamo, specialmente chi è più immerso nel disagio sociale, in una condizione di trincea, in cui si sono perse le regole dell'aiutarsi e dell'unione fa la forza. Ognuno per sé e contro tutti gli altri.
Paolo D'Agostini, la Repubblica

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Cinélibre
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